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20 | 05 | 2012
St. Martin

 

Die Kirche St. Martin

St. Martin zu Pönning

Vorwort

Die Pönninger St.-Martin-Kirche ist ein Schatzkästlein des niederbayerischen Rokoko. Das farbige Zusammenklingen der Deckenmalerei mit dem Schnörkel- und Rankenwerk, der verfeinerten Ornamentik und dem reichen, phantasievollen Stuck, der sich an den Altären in den zartfarbigen Säulen, den Engeln, Putten und Heiligenfiguren, zumeist in Weiß und Gold gefasst, fortsetzt, schaffen einen Eindruck der Leichtigkeit und  Bezauberung. Wenn man dann noch die Gesamtkomposition des Bildwerkes hinzufügt, das vollständig auf St. Martin ausgerichtet ist, wird die Botschaft dieser Kirche deutlich. St. Martin ist ein Vorbild des Glaubens für den Betrachter. Darauf beziehen sich das zentrale Altarbild und das Deckenbild im Langhaus mit den Szenen aus dem Leben das hl. Martin. Auch die Glorie - die Aufnahme St. Martins in den Himmel - im Deckenbild des Altarraums, und die deutenden Bilder seines Wirkens in den Zwickelbildern und die Zusammenfassung seiner Botschaft an der Empore bekräftigen das Glaubensvermächtnis.

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Pönning heute

Pönning, ein Gäubodendorf

Pönning liegt im Grenzgebiet des fruchtbaren Straubinger Gäubodens. Der Boden besteht aus äußerst fruchtbarem Löss, der nicht angeschwemmt, sondern angeweht wurde. Er setzt sich zusammen aus Feinsand und Tonen und verlangt deshalb eine dauerhafte Auflockerung des Bodens und eine ausreichende Düngung mit Humus. Unter der Lössschicht befindet sich eine mehrere Meter dicke Kiesschicht, die von Adern aus schwarz-, rot- und gelbgefärbten Gesteinen durchzogen ist. Dazwischen befinden sich noch dunkle Humusschichten und grüne Lehmschichten. Seit eine Drainage eingebaut ist, bringen die Felder auch in nassen Sommern gute Erträge. Im Gegensatz zur Straubinger Ebene wird hier die Landschaft schon hügelig. Die Wälder reichten in der Nachkriegszeit bis fast an das Dorf. Pönning ist 11 km von Straubing entfernt und über gut ausgebaute Straßen über Alburg, Kay und Oberharthausen oder über Alburg, Feldkirchen, Au und Kleinpönning zu erreichen. Ortsverbindungen schaffen den Anschluss über Gunting (1 km westlich), Oberholzen und Hirschling oder Perkam zur Straße Straubing-Geiselhöring (SR 23), über Oberharthausen zur Straße Straubing-Geiselhöring, über Oberharthausen und Perkam ebenfalls zur Straße Straubing-Geiselhöring, eine weitere über Metting (2,5 km südlich, SR 18)) zur Straße nach Leiblfing-Geiselhöring und über Antenring und Neufang nach Gundhöring (SR 23). Pönning wurde mit seinen Ortsteilen nach der Gemeindereform 1978 der Stadt Geiselhöring eingegliedert.

Im Jahre 1762 wurde der Neubau der Filialkirche St. Martin eingeweiht. 
Pönning feiert am 1. Juli 2012 den 250. Weihetag der neuen Kirche St. Martin.

Dies war aber nicht die erste Kirche in Pönning. Im Kirchenmatrikel aus dem Jahre 1508 wird die St. Martinskirche in Pönning als Filiale der Pfarrei Perkam genannt, auch der Friedhof wird genannt. Die Filialkirche besteht also schon mindestens 500 Jahre. Der Pfarrer von Perkam erhält den Zehnten und hat einen Hof in Gunting und Pönning. 1438 hat Perkam bereits einen Hilfspriester, das spricht dafür, dass Perkam bereits eine Filiale hatte, Fraunhofen (und Hirschling, eigentlich Pfarrei Geiselhöring) gehörten zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu Perkam. Es könnte also schon wesentlich früher eine Kirche in Pönning gegeben haben.

Wie sah die wirtschaftliche Lage im 18. Jahrhundert in Pönning aus?

Die Hofmarken Gunting und Pönning gehörten der Stadt Straubing. Die Bauern in Pönning waren nicht Besitzer ihrer Höfe, sondern Pächter mit verschiedenen Besitzrechten. Acht Höfe gehörten der Stadt Straubing, zwei dem Deutschordenshaus in Regensburg, zwei dem Kloster St. Klara in Regensburg, einer dem Katharinnenspital in Regensburg, ein Hof dem Stiftskapitel in Straubing, ein Hof der Gemeinde Pönning, ein Hof dem Gotteshaus Pönning, ein Hof der Pfarrei Perkam, ein Hof dem Gotteshaus Haindling. Zum Landgericht gehörten zwei Höfe, ein kleiner Hof war selbsteigen. Die Gebäude waren in Holzbauweise errichtet und hatten zumeist Schindeldächer, erst im 19. Jahrhundert wurde die Festbauweise mit Ziegeldächern aus Brandschutzgründen gefördert. In Pönning bestand im Jahre 1824 deshalb auch eine Ziegelei.

1697 schreibt die Gemeinde an den Rat der Stadt Straubing und weist darauf hin, dass sich die Leute vermehrt haben, die Hof- und Brandstätten wieder aufgebaut und bemaiert sind, alle dazugehörigen Felder bebaut werden und sich in den beiden Hofmarken Gunting und Pönning an die 100 Menschen und 20 Kommunikanten befinden und sie die Kirche darum größer bauen und erweitern lassen wollen. Zugleich fordern sie einen eigenen Priester und Seelsorger,weil sie sich seelsorgerisch nicht entsprechend versorgt sahen. Es ist nicht bekannt wie die Hofmarksherrschaft und der Bischof von Regensburg reagiert haben und ob die Mängel abgestellt wurden. Aber 1762 bekam Pönning eine neue Kirche.

Was das finanziell für den Ort bedeutete kann man nur schätzen. Die Kirche hatte einige hunderte Gulden angespart, eine große Schenkung (ein Legat) kam vom Mitglied des äußeren Straubinger Rates Sebastian Gschwöller. 300 Gulden Vorschuß kamen aus dem Vermögen der St. Veitskirche in Straubing und vermutlich einiges von reichen Straubinger Bürgern. Der größte Teil aber dürfte von den Pönningern selber gestammt haben, was aus den Bauakten und der langen Zeit der Abbezahlung der Schulden deutlich wird. Nicht bekannt ist, wann mit dem eigentlichen Neubau begonnen wurde. Mit der Einweihung war die Innenausstattung noch lange nicht vollständig, dies zog sich hin bis ungefähr 1800, dann begannen schon die Reparaturarbeiten.

Die erste Expositur in Pönning wurde 1823 eingerichtet, bestand aber nur bis 1825, unter anderem wegen der nicht gesicherten Finanzlage. Die finanzielle Basis für Pönning und Perkam war zu klein. Deshalb wurde 1951 die Basis der Expositur durch das Einbeziehen der Kirchengemeinde Oberharthausen erweitert. Oberharthausen wurde aus der Pfarrei Atting ausgepfarrt. Zur Expositur Pönning gehören Pönning, Antenring, Gunting, Kleinpönning, Oberholzen, Reisberg, Oberharthausen und Grollhof. Die Expositur besteht im neuen Pfarrverbund Feldkirchen-Perkam-Pönning weiter. Der Seelsorgedienst wird vom Pfarrer in Perkam ausgeführt.

Das Mittelalterfest in Pönning vom 25. bis 26. August 2012

Pönning feiert am 25. und 26. August die erste urkundliche Erwähnung aus dem Jahre 887. Es handelt sich um ein Dokument des Regensburger Klosters St. Emmeram. Das Kloster tauscht Grund in Pönning mit dem adeligen Swidger. Wie lange das Kloster diesen Grund besessen hat, wird nicht genannt, ebenso nicht wie es zu diesem Grundbesitz kam. Pönning ist also nicht 1125 Jahre alt, sondern älter. Wie alt, ist nicht feststellbar. Gunting, bis zur Gemeindereform ein Ortsteil Pönnings, wurde bereits um 750 zum ersten Mal in einem Dokument des Klosters Niederaltaich erwähnt.

Da Pönning zu den echten -ing-Orten gehört kann es frühestens bei der Besiedlung durch die Baiuwaren (ab 550 nach Christus) gegründet worden sein. Der vermutliche Anführer nach dem Pönning benannt wurde war ein Benno oder Penno. Das Kloster St. Emmeran hatte noch weiteren Besitz in Pönning, wie in einem Dokument von 890 erwähnt ist.

1139 bestätigt Papst Innozenz II. Besitz des Benediktinerklosters Mallersdorf in Pönning. Die Klöster Obermünster und Oberaltaich hatten vorübergehend Besitz in Pönning, ebenso die Nonnen vom Kloster Viehbach. Diese beiden Höfe werden vom Deutschherrenorden in Regensburg gekauft, die bereits je einen Hof in Gunting und Pönning hatten.

Um 1300 gab es einen Richter in Pönning, Pönning war also bereits eine Hofmark. 1538 werden die Hofmarken Gunting und Pönning als Besitz der Stadt Straubing verzeichnet. 1811 wird die Gemeinde Pönning gegründet, 1978 wird Pönning der Großgemeinde Stadt Geiselhöring eingemeindet.

 

Umgebungskarte von Pönning, zum Vergrößern die Karte bitte anklicken Karte vergrößern

 

Pönning heute

Aus einem früher rein landwirtschaftlich geprägten Ort wurde ein Ort mit Industrie und Handwerk, die neben den meist bäuerlichen Großbetrieben einem Teil der Bevölkerung Arbeit bieten. Die Anzahl der bewirtschafteten Höfe hat erheblich abgenommen. Ihre Felder sind an Großbetriebe verpachtet. Die große Zahl der neu erbauten Häuser von Pönningern und Neubürgern scheint dafür zu sprechen, dass es sich in Pönning gut wohnen lässt. Pönning hat über eine Busverbindung Anschluss nach Geiselhöring und Straubing, aber ohne private Verkehrsmittel ist man von der Stadt Straubing und dem Ortskern der Stadt Geiselhöring ziemlich abgeschnitten. Die Bahnlinie Neufahrn - Straubing kann man an der Zusteigestelle Perkam erreichen (4 km). Der Bahnhof Radldorf liegt an der Strecke Straubing - Neufahrn und Passau - Regensburg.  Pönning ist seit 1950 eine Expositur, seit 1970 ist die Stelle aus Priestermangel nicht mehr besetzt. Der Pfarrdienst wird von der Pfarrei Perkam versorgt. Pönning gehört zum Pfarrverband Feldkirchen-Perkam-Pönning.

 


Pönning im Jahre 2005        Luftbild vergrößern

Pönning Dorf von der Mettinger Straße her gesehen

Die Kinder Pönnings gehen in die Grundschule Perkam, in die Hauptschule in Geiselhöring, in die Realschule und in die Gymnasien in Straubing. Dort ist auch die Berufsschule. Freizeitmöglichkeiten bieten das Jugendheim und der Versammlungsraum im ehemaligen Schulhaus, die von allen Pönninger Vereinen genutzt werden. Die Pönninger Vereine bestehen aus dem Eistockverein, den Landfrauen im Bayerischen Bauernverband, der Freiwillige Feuerwehr Pönning, der Krieger- und Soldaten-Kameradschaft Pönning-Metting-Oberharthausen und der Katholischen Landjugendbewegung. Es gibt einen Sportplatz auf dem Giegelberg.


Sehenswert ist die Rokokokirche St. Martin aus dem Jahre 1762, die vor kurzen vollständig renoviert wurde. Sie steht an der Stelle einer Vorgängerkirche. Sie ist dem heiligen Martin geweiht. Sie hat drei schöne Altäre, ein sehenswertes Deckengemälde mit den Szenen aus dem Leben des hl. Martin im Langhaus, ein Deckengemälde mit der Glorie / der Aufnahme des hl. Martin in den Himmel im Altarraum, umgeben von Szenen aus seinem Leben. Meisterwerke ihrer Zeit sind das Triumphkreuz an der rechten Seitenwand von Matthias Obermayer und die Rochusfigur am linken Seitenaltar von Anton Keller. Die beiden Halbfiguren auf dem rechten Seitenaltar sind von Simon Hofer. Sie wurden aus der Vorgängerkirche übernommen. Der sehenswerte Auferstehungschristus von Anton Keller steht nur in der nachösterlichen Zeit auf dem Tabernakel des Hauptaltares.


St. Martin zu Pönning

In Antenring steht die Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau von Antenring. Sie wurde 1752 eingeweiht. Wann die vermutlich hölzerne Vorgängerkirche gebaut wurde, ist nicht bekannt. Es gibt eine interessante Legende über die Entstehung Antenrings: angeblich wurde in Antenring unter der Anleitung des Paulusschülers Bischof Lucius vom römischen Offizier Acilius ein Marienheiligtum erbaut. Als die Römersiedlung untergegangen war und die Gegend unsicher wurde, haben 1177 Engeln die Kapelle mit dem Gnadenbild über die Donau nach Sossau überführt. Die heutige Kirche ist nicht groß, hat aber 3 Altäre. Das Gnadenbild, eine hölzerne Nachbildung des Sossauer Gnadenbildes, um 1600 entstanden, wurde 1702 vom Einsiedler Michael Haneß von Straubing nach Antenring gebracht. Sehenswert ist neben dem „gegeißelten Christus“ von Simon Hofer im linken Nebenaltar auch die große Zahl der Votivtafeln, die zum Teil um 1700 entstanden sind und von der Vorgangerkirche übernommen wurden.

Wallfahrtskirche in Antenring

 

Topographische Karte von Pönning und Umgebung um 1900 mit den Feldbezeichnungen und Höhenangaben, die Strassenführung ist zum Teil veraltet; Maßstab 1:25000

Stand: 27.04.2012

 
Wallfahrtskirche Antenring

 

Die Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau zu Antenring“



Wallfahrtskirche zu Unserer Lieben Frau zu Antenring

 

Die Wallfahrtskirche Antenring

Die Wallfahrtskirche Antenring, geweiht „Unserer Lieben Frau zu Antenring“, ist eine der beiden Pönninger Kirchen und befindet sich ca. 2 km außerhalb an der Straße nach Gundhöring.
Das Kirchlein ist baulich relativ schlicht gehalten, hat aber drei prächtige barocke Altäre, die aus der Erbauungszeit stammen und einen einheitlichen Eindruck bieten. Das Gnadenbild stammt aus der Zeit um 1600. Interessant ist der große Bestand an Votivbildern, von denen die ältesten um 1700 entstanden sind.
Wann die erste Wallfahrtskirche Antenring erbaut wurde, ist unbekannt. Es muss jedoch vor dem Neubau des Jahres 1757 bereits eine vermutlich hölzerne Vorläuferkirche gegeben haben, da der Einsiedler Michael Haneß das Gnadenbild im Hochaltar, ein Werk aus der Zeit um 1600, 1702 von Straubing nach Antenring brachte und Votivbilder aus der Zeit um 1700 vorhanden sind. 1723 wird die Antenringer Kapelle erstmals in der Beschreibung des Bistums Regensburg erwähnt. Es sind weder der / die Geldgeber noch der Baumeister für den Neubau bekannt.

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Via Nova

Via Nova

Eröffnung des neuen Pilgerwegs von Antenring nach Haindling


Laut Bericht der Allgemeinen Laber-Zeitung vom 11. September 2011 wurde der Pilgerweg von den Stadtpfarrern  Josef Ofenbeck und Ulrich Fritsch und dem Kaplan Armin Maierhofer von Haindling eingeweiht.  Unter den rund 80 Pilgern, die mit Pilgerzeichen und druckfrischen Karten ausgestattet waren,  befand sich auch der Geiselhöringer Bürgermeister Bernhard Krempl.

Ausgehend von Österreich wird auch in Deutschland der europäische Pilgerweg, die via nova, der neue Weg, eingerichtet. Die Idee dahinter ist der Gedanke, dass Pilgern nicht nur auf dem so genannten Jakobsweg, der auch in Bayern viele verschiedene Teilstücke kennt, möglich sein soll, sondern auch auf neuen Wegen als spiritueller und moderner Pilgerweg. Einer davon führt von St. Wolfgang in Österreich über Passau, bzw. Bad Füssen/Aigen und Abzweig Ering über Vilshofen, Niederaltaich, Deggendorf, Metten, Bogen nach Straubing, Geiselhöring und Mallersdorf/ Pfaffenberg. Der Weg wird über Niederbayern hinaus weitergeführt. Von Vilshofen aus gibt es einen Abzweig durch den Bayerischen Wald zum heiligen Berg, dem Wallfahrtsort Pribram in Tschechien.

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